Mein Anspruch bei der DD-Zucht


Für die Zucht von DD habe ich mich im Prinzip von Kindesbeinen an vorbereitet. Als Kind und Jugendlicher habe ich mit Allem gezüchtet, was ich so auf unserem Hof halten konnte: Vögel, Meerschweinchen, Kaninchen, Hunde, Hühner und Brieftauben. Während die Ersteren eher aus Spaß an der Freude gehalten wurden, sind die Brieftauben auch schon im Wettbewerb unterwegs gewesen und mußten Höchstleistungen erbringen. Schon damals habe ich versucht, alle möglichen wissenschaftlichen Quellen zu nutzen, um Kriterien für die Selektion der Zuchttiere zu bekommen.

Heute züchte ich nur noch DD und versuche hier mein Bestes zu geben.

Mein Anspruch ist es, von Jahr zu Jahr zuverlässiger Hunde zu züchten, die das Wesen und den Charakter für ein Leben in der Familie und die jagdlichen Eigenschaften für einen führigen, passionierten Vorstehhund und Allrounder mitbringen. Dabei hat die Gesundheit einen hohen Stellenwert.

Heute weiß ich, wie wichtig auch bei unseren Hunden bereits die pränatalen Bedingungen für eine erfolgreich Zucht sind. Die Mutterhündin muß nicht nur selbst hochqualifiziert sein und alle gesundheitlichen Voraussetzungen mitbringen, sie muß auch während der Trächtigkeit so gehalten werden, dass die Föten nicht zu viel Stress bei der Mutter erleben, sondern eine ausgeglichene und gesunde Mutter erleben dürfen.

Gerade wenn man mehrere Hunde hält, ist es wichtig die Umgebung so zu gestalten, dass alles gegeben ist:

  • Platz für genügend Bewegung
  • Licht und Sonne zum genießen
  • Schutz und Sicherheit, um zu entspannen
  • eine Rückzugsecke in der die Welpen geschützt zur Welt kommen können
  • tägliche Bewegung und jagdliche Erlebnisse
  • ausreichend Sozialkontakte
  • frühzeitige Prägung für den jagdlichen Einsatz

Diese Bedingungen versuche ich in unserem Umfeld für die Hunde zu realisieren:

Übersicht über die Zuchtanlage vom Schultenort mit der direkten Umgebung:

 

Informationen zur ‚Zucht- und Ausbildungsanlage vom Schultenort‘:

 

Da ich die Möglichkeit habe auf meiner ‚grünen Insel‘ im eigenen Revier meine Vorstellungen als Jäger und Züchter frei zu entwickeln, habe ich die Chance genutzt ein Biotop mit Teich, Wiese mit Blühstreifen und Wildacker im direkten Umfeld der Zuchtanlage zu gestalten.

 

Meine Anlage hat sich in den letzten 10 Jahren stetig weiterentwickelt. Besonders die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Entwicklung von Wesen und Charakter von Jagdhunden, wie es in den Seminaren von Dr. Dorit Feddersen-Petersen, der Kynologos AG, Dr. Ester Schalke u.a. vermittelt wird, hat mir Input zu den Notwendigkeiten gegeben.

 

Ein ganz wichtiges Merkmal für die Aufzucht von Welpen ist deren Entwicklungsmöglichkeit nach dem individuellen Stand ihrer Entwicklung.

 Rahmenbedingungen kurz gefasst:

 

1.        Gib den Zuchthündinnen und Welpen zunächst Ruhe und Sicherheit. 

2.        Die ersten 3 Wochen sollen nicht schon im Stress mit Besuchern und sonstigem Umweltstress verlaufen. 

3.        Wenn die Welpen die Sinnesorgane zur Erkundung des Umfeldes benutzen möchten, dann sollen sie alle

            Möglichkeiten dazu haben, ihren Wirkungsradius zu vergrößern.

                Jeder Welpe zu seiner Zeit und mit seinen Fähigkeiten. Alles im ‚try and error‘- Verfahren. 

4.        Ab ca. 4 Wochen sind sie soweit, dass sie auf den Ruf zum Futternapf reagieren und dafür auch

            schon weitere Wege zurücklegen 

5.        Das ‚Spielfeld‘ ist dann ein großer Auslauf mit Rasen, Sand, Sträuchern und

            vielen Möglichkeiten sich auszuprobieren 

6.        Der Schlafplatz wechselt dann ‚automatisch‘ von der Welpenkiste zu ‚geschützten Hütte‘ im großen Auslauf 

7.        Mit ca. 6 Wochen laufen die Hunde schon soweit mit, dass sie mir bis zum See folgen. 

8.        Hier werden sie Tag für Tag etwas mehr animiert auch ins Wasser zu gehen und sich dort

            ihre Belohnung abzuholen. 

9.        Auf dem Weg zum See erfahren sie auch bereits die Witterungen, die von einem Wildacker etc. ausgehen. 

10.      Hier können auch die ersten Erfolge auf der Futterschleppe etc. gemacht werden.

11.       Ball als Motivationsmittel entwickeln

12.       Reizangel für Vorstehübungen

13.       Nebenbei wird auch schon mal geschossen (auf ausreichender Distanz) und somit wird die Schussfestigkeit

            ‚in die Wiege‘ gelegt.

 

 

Alles was auf diesem Weg der Entwicklung gelernt wird, ist nicht immer stressfrei, aber immer freiwillig und basiert auf dem Interesse der Welpen, die Welt kennenzulernen. Versuch und Irrtum gehören zur Bewältigung von ‚Stresssituationen‘ im Leben ganz natürlich dazu.

 

Anlagenbereich im Detail:

 

Die Entwicklung eines guten Charakters

 

Natürlich lege ich zunächst größten Wert auf die Qualität (Leistung und Character) der Elterntiere

mit Nachweisen über sehr gute Leistungen in den Prüfungen zum Jagdhund

und einwandfreien Charaktereigenschaften.

Aber das allein reicht nicht aus.

Aufgrund der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Wesensentwicklung (Genetik und Epigenetik)

bei Hunden, habe ich meine Zucht- und Ausbildungsanlagen 2011 neu aufgebaut.  

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Die Haltungsbedingungen in den ersten Wochen und Monaten sind sehr

bedeutend für das Wesen der heranwachsenden Hunde. 

Deshalb ist es für mich als Züchter und Ausbilder wichtig, eine möglichst gute

'Kinderstube' zu bieten.

Mein großer Vorteil:   Wir wohnen mitten im eigenen Revier !!!

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Mein Ziel ist es, mit instinktsicheren Zuchttieren schon zum frühestmöglichen

Zeitpunkt alle Einflussfaktoren so zu gestalten, dass sich wesensfeste,

aggressionsfreie, ausgeglichene und leichtführige Jagdhunde 

entwickeln können.

  

In Seminaren der Kynologos AG (Schweiz) zur Zucht und Wesensentwicklung

habe ich eine ganze Reihe von Einflußmöglichkeiten in den ersten Lebenswochen

kennengelernt, die ich versuche Schritt für Schritt immer besser umzusetzen.

  

Die Wissenschaft der Genetik und Epi-Genetik hat nachgewiesen,

dass die Umwelt und der Umgang mit Welpen in ersten Tagen / Wochen / Monaten 

einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Lern- und Leistungsbereitschaft,

den Charakter, die Fähigkeiten und das Wesen insgesamt haben. 

(Epi-Genetik, www.kynologos.ch -> Wissen aktuell).

  

Genau hierfür habe ich eine Menge neuer Gedanken aufgenommen und in meine

Arbeit mit den Hunden fließen immer mehr dieser Erkenntnisse ein.

Dies ist für mich ein Lern- und Erfahrungsprozess der eigentlich nie endet.

 

Seit 2014 habe ich auch unsere Ausbildungsmethodik umgestellt und kann sagen, dass die Ausbildung mit Motivation und ohne Zwang nicht nur ein sinnerfüllender Weg ist, sondern auch die Erfolge nicht ausgeblieben sind:

Jane vom Schultenort 2015: VJP 77 Punkte, HZP 190 Punkte, VGP im selben Jahr 317 Punkte und BTR.

 

Ich habe seid der Umstellung alle Hunde problemlos und erfolgreich durch alle Prüfungen gebracht (VJP,HZP incl Hegewald,VGP).

 

Interesse am Hobby (Jagd mit Hund) , Weiterbildung meines Know how's und die

Bereitschaft mein Tun und Handeln zu reflektieren, gehören für mich dazu.

  

Jeder Welpenerwerber sollte diese Bereitschaft ebenso mitbringen.

Alle Erkenntnisse sollen dazu führen, dass jeder neue Besitzer

eines Hundes aus meiner Zucht

  1. viel Freude im Alltag in der Familie
  2. Prüfungserfolge bei VJP, HZP, VGP und natürlich
  3. viel Passion und Jagderfolge  

 mit seinem gesunden Hund hat.

 

Gesunde Hunde -

d.h. ich lasse die DNA untersuchen und weiß wie die Hunde vererben

 

Die genomischen Zuchtwerte sind auf den Mittelwert von 100 ± 10 Punkte standardisiert. Dieser Wert von 100 wurde von HD-freien bzw. OCD-freien Deutsch Drahthaar-Hunden abgeleitet. Das Risiko Erbanlagen für HD bzw. OCD an die Nachkommen zu übertragen, wird umso höher, je höher die genomischen Zuchtwerte sind.

  1. Bei HD- und OCD-freien Hunden der Rasse Deutsch Drahthaar wurde ein mittlerer genomischer Zuchtwert (GZW) von 100 festgestellt.
  2. Haben die Hunde einen kleineren GZW, besitzen ein deutlich vermindertes Risiko, HD bzw. OCD weiterzuvererben.
  3. Haben Hunde einen größeren GZW, besitzen sie ein höheres Risiko Erbanlagen für HD bzw. OCD an ihre Nachkommen weiterzugeben.(Prof.Distl Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover)

Für mich heißt dass ab sofort (seit 2015), die Zuchtwerte meiner Hunde untersuchen zu lassen und auf dieser Basis die Paarungen zu wählen.

Meine Hündinnen haben folgende Werte (GZW = genomische Zuchtwertschätzung):

  • Dunja vom Schultenort: HD (90), OCD (88)  T/T   W/W aus Queen von der Feldkante (11/12)
  • Filia vom Schultenort: HD (100), OCD (99)  T/T   W/W aus Queen von der Feldkante (11/12)
  • Jane vom Schultenort: HD (99), OCD (98)  T/T   W/w aus Dunja vom Schultenort (10/11)
  • Luzie vom Schultenort HD (94), OCD (98) T/T W/w aus Filia vom Schultenort (10/11)
  • Assy vom Lerchensee HD(98), OCD (101) T/T W/W aus Dana vom Schultenort (11/12)
  • Biene vom Feldhook HD (99),OCD(98) T/T W/W aus Lana vom Jura-Grund (Tochter der Hegewaldsiegerin)
  • Nessi vom Schultenort HD (96), OCD (97) T/T W/w aus Luzie vom Schultenort (10/11)
ab 2018:
Schon im Welpenalter lasse ich das abgegebene Blut der Welpen die ich behalte auf die genomischen Zuchtwerte untersuchen.
  1. Olanda vom Schultenort HD (96), OCD (96), T/T W/W
    • aus Luzie vom SchultenortHD (94), OCD (98) T/T W/w x Yaro II von der Dachswiese (94/84) T/T W/
  2. Palina vom Schultenort HD (95), OCD(96) T/T,W/W 
  • aus Cora v.d. Kreuzkapelle HD (104), OCD (106) T/T W/w x Nero vom Düwelsbarg (87/93) T/T W/W

Hier zeigt sich, wie gut die Berücksichtigung der GZW war !!!

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Als Zuchtrüde zu empfehlen:

  • Branko vom Schultenort: HD (93), OCD (83), T/T, W/w
  • Sepp vom Bründlfeld HD (96), OCD (97) T/T W/W
  • Anton vom Lerchensee HD (99), OCD (100) T/T W/W

Anm.:

  • T/T steht für vWD-frei  und  
  • W/W steht für homozygot Rauhaar (es wird sicher Bart vererbt)
  • w/W steht für heterozygot Rauhaar (mit einemhomozygot  Partner wird aber auch Bart vererbt)

  

Strategische Zuchtpaarung:

Mein Ziel ist es nun u.a. Paarungen zu suchen, wo der Mittelwert der Paarung unterhalb 100 liegt.

(Merke <=100 ist das Ziel!)